
- Marienfeld auf einer Ansichtskarte von 1898
Much liegt an dem ehemaligen Fernhandelsweg der Zeithstraße. Die Siedlungs-Struktur ist, wie im ganzen Bergischen Land üblich, durch Weilerbildungen und Einzelhöfe gekennzeichnet.
Der Ort Much geht auf eine befestigte Burg zurück, die im Ort nordöstlich der Kirche gestanden hat. Anfang des 12. Jahrhundert kam - in der Niederung östlich des Ortes - Burg Overbach als Wasseranlage hinzu (Eberhard von Overbach). Während 1560 von der Mucher Burg nur noch ein Teil der Burgmauer stand, wurde Overbach 1593 von Johann Wilhelm I., Herzog von Berg, zerstört und um 1600 von Johann von Kaldenbach in der heutigen Gestalt wieder aufgebaut. Der Bau der Kirche wird in Urkunden auf das Jahr 1096 zurückgeführt.

- Die Mucher Hauptstraße im Jahre 1914
Die älteste Urkunde von 1131 weist sie als Besitz des Bonner Cassiusstiftes aus. Der heutige Bau geht in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück (Langhaus und Turm). Mittelalterlichen Quellen zufolge zählten zu Much weitere sieben Hofschaften : Markelsbach, Gerlinghausen, Miebach, Bonrath, Löbach und Bennrath mit den zugehörigen Höfen bzw. Siedlungen, die dem Mucher Gericht unter Vorsitz des Schultheißen unterstanden.
Von den erwähnten Rittergütern ist heute nur noch Overbach erhalten sowie die Freihöfe Höfferhof, Kreitzhof, Obermiebach, Gerlinghausen und Strünkerhof.

- Die Hauptstraße bei einem Erntedankzug im Jahre 1933, rechts das Postamt mit der ehemaligen Halle der Postbusse
Ältere Bebauung von denkmalwertem Interesse befindet sich hauptsächlich im Bereich um die Kirche (Hauptort Much). Die Häuser liegen durchweg an zwei Straßenfronten und sind dadurch von beiden Seiten her zugänglich.
Die Charakteristik der Landschaft liegt in der Streusiedlung. Die Haus- und Hofformen weisen in diesem Übergangsgebiet eine Mischform auf. Die Hofanlagen bestehen aus mehreren Gebäuden, die unregelmäßig angeordnet sind. Hauptgebäude ist meist das Wohnstallhaus in Form des Querdielenhauses, an beiden Traufseiten erschlossen. Hinzu kommen als kleinere Formen Winkelhöfe. Der überwiegende Teil der denkmalwerten Haussubstanz bei den Höfen gehört dem 18. und 19. Jahrhundert an.
Das Wirtschaftsleben der Gemeinde wurde früher von der Landwirtschaft geprägt, zeitweilig belebt auch vom Bergbau (Bleizinkgruben). Heute hat die Gemeinde ein 19 Hektar großes Gewerbegebiet, in dem zahlreiche mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe angesiedelt sind.
(Text mit freundlicher Genehmigung des Historikers Hartmut Benz)

- Blick auf Wellerscheid im Jahre 1931 mit der 1926 erbauten Kirche und der 1883 errichteten ehemaligen Schule (in Bildmitte)

- Der Herrenteich im Wahnbachtal mit der neu errichteten Gastwirtschaft im Jahre 1927
Alle Abbildungen dieser Seite stammen aus dem am 31. März 2006 aus Anlaß der 875-Jahr-Feier Muchs erschienenen Bildband "Unser Much in alter Zeit - Historische Photos, Karten und Dokumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert" von Hartmut Benz.
Das 120-seitige Buch mit über 170 Abildungen ist zum Preis von 23 Euro im Buchhandel sowie dem Tourismusbüro am Kirchplatz erhältlich.


