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Sportwagen stieß auf der L 352 mit hohem Tempo gegen Fahrrad

Bis zum Eintreffen des Helikopters mit dem Notarzt wurde die Radfahrerin auf der Straße behandelt (der PKW gehört einer Ersthelferin)

Ein Unfall, der sich am gestrigen Abend gegen 19 Uhr auf der Landesstraße 352 in Höhe des Ortslage Feld ereignete, dürfte die Ermittler der Polizei noch intensiv beschäftigen. Zeugen gaben der Polizei gegenüber an, daß drei Sportwagen mit hoher Geschwindigkeit von Neunkirchen in Richtung Much unterwegs waren. Ausgangs der leichten Linkskurve vor den an der Landstraße gelegenen Häusern von Feld kam den Fahrzeugen ein von einem 28-jährigen Hennefer gesteuerter Feldhäcksler, wie er bei der Maisernte eingesetzt wird, entgegen. Von der hier 5,80 Meter breiten Straße nahm die überbreite Erntemaschine 3,30 Meter ein. Bei angemessenem Tempo - im gesamten Bereich gilt eine Beschränkung von 70 km/h - wäre die in der Erntezeit alltägliche Begegnung kaum zum Problem geworden. Auf dem Land müsse man damit rechnen, so die Polizei vor Ort.

An dem angestoßenen Fahrrad blieb die Kunststofflippe eines Radkastens des PKW hängen

Der erste der Sportwagen, eine rund 600 PS starke 'Chevrolet Corvette C7 Z06', passierte den Häcksler ohne Berührung - ob auf oder teils neben dem Asphalt, ist nicht bekannt. Danach, eingangs der Geraden geriet das Fahrzeug aber außer Kontrolle, eine breite Bremsspur führte Richtung Grünstreifen. Dort muß das Fahrzeug parallel zur Fahrbahn knapp 100 Meter zurückgelegt haben. Auf dieser Strecke erfaßte der Sportwagen eine Fahrradfahrerin, die in gleicher Richtung unterwegs war. Mit der linken Frontpartie stieß das Fahrzeug gegen das Zweirad. Deren 83-jährige Fahrerin aus Much wurde auf den Asphalt geschleudert, das Rad kam auf der Gegenspur zum Stillstand.

Der Sportwagen (hinter dem Rettungswagen links außen weit im Hintergrund nicht erkennbar) legte nach dem Zusammenstoß noch fast zweihundert Meter zurück

In der Folge touchierte die 'Corvette' mit der rechten Seite einen hölzernen Telefonmast, riß zwei Leitpfosten sowie einen Plakatständer um und schrammte mit dem Unterboden über den Asphalt eines einmündenden Wirtschaftswegs. Auch an den Bordsteinkanten einer dahinter folgenden Bushaltestelle blieben tiefe Kratzspuren zurück. Erst rund 180 Meter nach dem Aufprall auf das Fahrrad kam der Sportwagen mit Unfallspuren an der Front, der Motorhaube, beiden Fahrzeugseiten und einem platten Vorderreifen zum Stillstand. Der 53-jährige Fahrer aus Morsbach blieb unverletzt.

Die anthrazitfarbene 'Corvette' trug rundum Beschädigungen davon
Mit dem vorderen linken Radkasten traf der Sportwagen das Fahrrad rechtsseitig

Die schwerverletzte Radfahrerin wurde von Ersthelfern und dem Rettungsdienst samt eines Notarztes, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr, versorgt. Sie wurde ohne längere Behandlung vor Ort mit einem Rettungshubschrauber zur Uniklinik nach Bonn geflogen. Lebensgefahr soll laut Polizei nach Erkenntnissen aus der Nacht nicht bestehen.

Die 83-jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Bonner Uniklinik gebracht

Aufgrund der Gesamtumstände wurde die Unfallaufnahme auf der im Ganzen 265 Meter langen Unfallstelle zwischen der Begegnung mit dem Häcksler und der Endposition des Sportwagens akribisch durchgeführt. Erst nach Mitternacht konnte die im Bereich Feld komplett gesperrte Landesstraße 352 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Feuerwehr sicherte bis zuletzt die Unfallstelle ab und leuchtete diese aus. Daß überdies ein Sachschaden von rund 16.000 Euro festgestellt wurde, soll nicht unerwähnt bleiben.

Der Feldhäcksler an der Stelle, wo er sich zum Zeitpunkt des Unfalls befand
Deutlich ist die Distanz zwischen der Landmaschine (Hintergrund), der Unfallstelle (links am Fahrbahnrand) und dem quer über die Fahrbahn geschleuderten Fahrrad erkennbar

Die Ermittlungen des Verkehrs-Kommissariates dürften sich auf die Geschwindigkeit der drei Sportwagen konzentrieren, dem Vernehmen nach allesamt der Modellreihe 'Corvette'. Die Zeugenangaben und die Unfallspuren sprechen für eine hohe Geschwindigkeit. Der zweite der Sportwagen konnte rechtzeitig abgebremst werden und blieb vor Ort. Der Fahrer des dritten habe jedoch gewendet und sei davongefahren, hätten Zeugen berichtet. Der Polizei, so Auskünfte vor Ort, sei der Name des Fahrers aber bekanntgegeben worden.

Untersuchung der am Fahrrad entstandenen Unfallspuren

Nähere Erkenntnisse zum Tempo könnten die in den Fahrzeugen verbauten Aufzeichnungsgeräte liefern. Um deren Daten nicht zu gefährden, durften die Sportwagen nicht mehr angelassen werden. Sie wurden per Kran verladen und sichergestellt. Das Kölner Polizeipräsidium besitze ein Gerät zum Auslesen der Daten, hieß es seitens der Polizei. Die Führerscheine beider an der Unfallstelle angetroffenen 'Corvette'-Fahrer wurden beschlagnahmt. (cs)

Bis in die Nacht arbeiteten Spezialisten der Polizei an der Spurensicherung

29. August 2018

Auch die zweite der beiden angetroffenen 'Corvette' wurde zwecks Sicherstellung abtransportiert

 

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