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Leerrohr-Strang für Glasfaserkabel, hier im Ortsteil Sommerhausen

Geplanter Breitbandausbau im Osten und Süden der Gemeinde

Vor einem knappen Jahr hat der Breitbandausbau in den vom Bund geförderten Bereichen der Gemeinde begonnen, welcher von der Kreisverwaltung koordiniert wird. Für das an die Partner 'innogy' und 'Netcologne' vergebene Los im Westen, Nordwesten, äußersten Süden und äußersten Osten der Gemeinde wurden die Arbeiten bereits im September 2018 aufgenommen (siehe  Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBericht vom Januar ), Ein sogenannter vorzeitiger Maßnahmenbeginn machte dies bereits vor Erteilung des Förderbescheids möglich. In diesem Gebiet muß der Ausbau daher bis August 2020 abgeschlossen sein - nach Vertrag zwei Jahre nach Baubeginn. Allerdings sollen fertiggestellte Abschnitte schon vorzeitig freigeschaltet werden.

Anders im Osten und Süden der Gemeinde, in denen der schon zuvor im Gemeindegebiet tätige Anbieter 'Eifel-net' aus Euskirchen den Zuschlag erhalten hatte. Hier steht der Baubeginn noch aus - und wird konkret auch noch nicht terminiert. Bei der ersten von drei Informations-Veranstaltungen des Unternehmens, die am Mittwoch (19.06.) in Marienfeld stattfand, hieß es, der Ausbau sei in Planung, man habe aber noch keinen offiziellen Auftrag. Nach der vertraglichen Verpflichtung habe man ab Zuteilung zwei Jahre Zeit für den Ausbau. Zielmarke sei aber, die Arbeiten bis Ende 2020 abzuschließen, wenn man bald den Auftrag bekommen würde. Rechtlich gesehen ist also nicht ausgeschlossen, daß sich der Ausbau hier bis Mitte 2021 hinzieht - ein Jahr länger als im anderen Ausbaugebiet.

Der bevorstehende Ausbau, bei dem zahlreiche Verteilerkästen mit Glasfaserleitungen ausgestattet werden, um höhere Bandbreiten bei den Verbauchern zu realisieren (FTTC-Ausbau), sei teils im klassischen Tiefbau mit 60 bis 120 Zentimeter Grabentiefe, teils im "Peter-Pflug-Verfahren" vorgesehen. Bei Letzterem wird nur eine schmale Ritze in den Boden gepflügt, zeitgleich das Kabel oder Leerrohr eingearbeitet. Das grabenlose Spülbohr-Verfahren, das im anderen Ausbaugebiet eingesetzt wird, ist hier demnach nicht geplant.

Die Veranstaltung diente aber auch dazu, detaillierte Angaben zu den zukünftigen Angeboten des Unternehmens zu machen. Auf einer Karte konnte für jedes einzelne Haus eingesehen werden, welche Bandbreite bereits heute und nach dem Ausbau verfügbar sein soll. In den meisten Ortsteilen des Gebietes sollen demnach Geschwindigkeiten von 50, teils sogar 100 Megabit / Sekunde erreicht werden.

Die Fördervorgaben besagen, daß der Ausbau so erfolgen muß, daß 100 Prozent der Haushalte und Firmen mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde, 85 Prozent davon mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt werden. Nach der kartografischen Darstellung von 'Eifel-net' wird an wenigen Häusern im Norden von Birrenbachshöhe, in der Ortsmitte von Bröl, im Westen von Heinenbusch, im Südwesten von Niederdreisbach und an diversen Einzelhäusern anderer Ortsteile nur der geringere Wert erreicht werden.

Die höchsten Bandbreite erreichen dabei eher abgelegene Siedlungen, bei denen das Förderziel nur erreicht werden kann, indem Glasfaser direkt bis zu den Häusern verlegt wird (FTTH-Technik), weil sich zusätzliche Schaltkästen hier nicht rentieren würden. Ursprünglich seien 108 Anschlüsse in dieser zukunftssicheren Ausstattung vorgesehen gewesen, zwischenzeitlich habe man die Anzahl durch Kooperationen bereits auf über 400 erhöht. Ja nach Nachfrage sei auch in anderen Ortsteilen eine Prüfung von direkten Glasfaser-Anschlüssen einzelner Haushalte möglich, wobei dann aber Kosten entstehen könnten. Entsprechendes Interesse könne geäußert werden.

Technisch abgehängt sind dagegen zukünftig die (wenigen) Anlieger in Obermiebach, Huppenhardt und Todtenmann. Hier ist eine Bandbreite von nur mindestens 1 Megabit / Sekunde vorgesehen, weil sie von entfernteren Verteilerkästen mitversorgt werden. Ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärte auf Nachfrage, daß diese Orte nicht zum Ausbaugebiet gehören würden. Diese Aussage deckt sich mit der ursprünglichen Darstellung der Ausbaugebiete seitens der Kreisverwaltung.

Wer sich selbst ein Bild von seinem konkreten Status machen will, hat auf zwei weiteren Infoveranstaltungen am Donnerstag, dem 27. Juni, im Bürgerhaus Wellerscheid oder am Freitag, dem 12. Juli, im Pfarrheim von Kreuzkapelle die Gelegenheit dazu. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Eine Abbildung der detaillierten Karte ist leider nicht möglich, da die Darstellung nur zur Einsicht, nicht aber zur Reproduktion präsentiert wurde. Auch auf der Website des Unternehmens sei sie nicht abrufbar.

Zu den zukünftigen Preisen wurde ebenfalls Stellung genommen. So sollen Tarife für vier unterschiedlichen Übertragungsraten angeboten werden, die allerdings nur für Privathaushalte gelten :
bis zu 16 Mbit/s im Download, 1 Mbit/s im Upload - monatlich 34,90 Euro
bis zu 30 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload - monatlich 36,90 Euro
bis zu 50 Mbit/s im Download, 10 Mbit/s im Upload - monatlich 39,90 Euro
bis zu 100 Mbit/s im Download, 40 Mbit/s im Upload - monatlich 59,95 Euro
(gewerbliche Tarife bei 16 Mbit/s gleich, sonst jeweils 5 Euro höher)

Die Preise beinhalten den IP-Telefonanschluß mit einer Rufnummer (bestehende Nummer kann übernommen werden) und den DSL-Anschluß mit Internet-Flatrate. Eine diesbezügliche Volumenbegrenzung war nämlich in der Ausschreibung des Kreisverwaltung ausgeschlossen. Eine Telefon-Flatrate ist allerdings nicht enthalten, Telefonate werden daher nach Zeit abgerechnet. Die Flatrate ins deutsche Festnetz soll für einen Aufpreis von 5,90 Euro monatlich angeboten werden. Zusätzliche Flatrates in Mobilfunknetze wurden nicht thematisiert.

Bei aller Freude über die längst überfällige Verbesserung der Internet-Versorgung insbesondere der Nebenorte im Gemeindegebiet darf eines nicht unerwähnt bleiben :  Abgesehen von den Haushalten und Firmen, die einen schnellen Glasfaser-Direktanschluß (FTTH) erhalten, entspricht die in der Ausschreibung des Kreises vorgegebene Technik schon heute nur noch dem Stand von gestern, auch wenn die geplanten Geschwindigkeiten für Haushalte und auch Firmen zumeist ausreichend sein dürften. Bei Fertigstellung des Ausbaus in ein bis zwei Jahren dürfte die verbaute Technik noch weniger zeitgemäß sein. 

Anders sieht es im Marienfelder Naubeugebiet "Stockemssiefen" im Südwesten des Ortes aus. Hier will die 'Telekom' laut Gemeindeverwaltung zeitgemäße Glasfaser-Anschlüsse (FTTH) für jeden Anlieger anbieten. Die entsprechenden Leerrohre wurden seitens der Gemeinde bereits im Zuge der Tiefbauarbeiten verlegt. Zur Anbindung des Gebietes will die 'Telekom' eine eigene Glasfaser-Leitungstrasse von Much nach Marienfeld verlegen. Ein entsprechender Bauantrag sei bereits offiziell gestellt. Ob mit dieser Leitung auch weitere Bereiche erschlossen werden, ist offen.

Eine Direktversorgung der Häuser mit Glasfaseranschlüssen (FTTH) dürfen auch die Bewohner von Sommerhausen, Herchenrath und Hillesheim erwarten. Hier hat die Gemeindeverwaltung entsprechende Leerrohre im Zuge laufender Kanal- oder Wasserleitungs-Bauarbeiten mitverlegen lassen. Damit ist die sonst teure Voraussetzung geschaffen, die einzelnen Häuser an das Glasfasernetz anzuschließen. Ob die Leerrohre vom Internet-Anbieter genutzt werden, ist allerdings diesem überlassen. Die Kosten für Tiefbauarbeiten auf dem eigenen Grundstück sind bei FTTH-Anschlüssen in der Regel selbst zu tragen. (cs)
 

21. Juni 2019


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