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Für die Anmeldung wurde eigens eine Leichtbauhalle errichtet

Impfzentrum ist einsatzbereit, Impfdosen treffen verzögert ein

Pünktlich vor dem Eintreffen der ersten Impfdosen zur erhofften Erzeugung einer Immunität gegen die "COVID-19"-Krankheit war das Impfzentrum des Rhein-Sieg-Kreises kurz vor Weihnachten fertig. Es wurde - mit Unterstützung der Klinik - innerhalb von drei Wochen in zwei Stockwerken der 'Asklepios'-Kinderklinik im Zentrum von Sankt Augustin eingerichtet. Doch es wird wohl noch Wochen dauern, bis es benötigt wird und zum Einsatz kommen kann.

Denn zunächst sind die Bewohner/innen von Senioren- und Pflegeheimen an der Reihe, die aufgrund ihres Gefährdungsgrades priorisiert geimpft werden. Zur ersten Gruppe gehören auch die Pflegekräfte in diesen Einrichtungen. Diese Personen werden aber nicht zentral im Impfzentrum, sondern in den jeweiligen Einrichtungen selbst geimpft. Dafür sind mobile Teams unterwegs, wobei die Kreisverwaltung von Ärzten und den Hilfsorganisationen unterstützt wird.

Doch in dieser ersten "Phase 1a" sind bereits spürbare Verzögerungen aufgetreten. So sollten zwischen dem 27. Dezember und Silvester eigentlich 4.480 Impfdosen für die Seniorenheime im Rhein-Sieg-Kreis zur Verfügung stehen. Auf unsere Nachfrage teilte die Kreisverwaltung am 30. Dezember mit, daß nur ein Drittel der angekündigten Menge eingetroffen sei oder für Silvester erwartet werde, nämlich insgesamt 1.520 Dosen. So mußten zahlreiche Einrichtungen, für die Impftermine im alten Jahr eingeplant waren, vertröstet werden. Für den Samstag (02.01.) wurden dann weitere 2.700 Impfdosen angekündigt.

Doch anderenorts waren die Probleme noch größer. So wurde im bayerischen Coburg die Kühlkette bei der Anlieferung oder Aufbewahrung unterbrochen - der derzeit eingesetzte Impfstoff von 'BioNTech' / 'Pfizer' ist nur bei minus 70 Grad Celsius haltbar. In Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) wurde der Impfstoff irrtümlich teils unverdünnt und damit in fünffacher Überdosierung verimpft. Die Lieferverzögerungen treten dagegen bundesweit auf. Nach Medienberichten wirft ein Mitglied der von der Regierung gern zu Rate gezogenen 'Leopoldina' (Nationale Akademie der Wissenschaften) den Verantwortlichen "grobes Versagen" bei der Beschaffung der Impfstoffe vor.

Zurück zum Rhein-Sieg-Kreis :  Nach der Versorgung der Alten- und Pflegeheime mit Impfstoff sind in "Phase 1b" Beschäftigte in Krankenhäusern, von Rettungsdiensten und anderes medizinisches Personal, von ambulanten Pflegediensten, der Feuerwehr und der Polizei sowie aus anderen Bereichen mit hohem Gefährdungs-Potential an der Reihe. In dieser Zeit - der ursprünglichen Planung nach noch ab Januar - wird teilweise auch das Impfzentrum in Sankt Augustin in Betrieb genommen.

Ingo Freier, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, und Landrat Sebastien Schuster (rechts) stellten das Impfzentrum vor

Der impfwillige "Otto-Normal-Bürger" wird erst ab März oder April, nach den auftretenden Verzögerungen vielleicht noch später zum Zuge kommen. In dieser "Phase 2" (derzeit noch nicht !) werden Termine über die Telefon-Nummer 116 117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes vergeben, hier soll ein Call-Center eingerichtet werden. Die Bürger sollen im Vorfeld entsprechend angeschrieben oder über die Medien informiert werden.

Dabei sollen Angehörige der bevorrechtigten Altersgruppe, Seniorinnen und Senioren über 80 Jahre (im Kreis knapp 40.000 Personen), außerhalb von Heimen bevorzugt bedacht werden, zudem Menschen mit Vorerkrankungen. Unklar ist bislang, wie diejenigen Pflegebedürftigen, die nicht in Heimen, sondern in häuslicher Umgebung gepflegt werden und das Impfzentrum nicht aufsuchen können, berücksichtigt werden sollen. Zuständig für diese Phase sind die Kassenärztliche Vereinigung und die Kreisverwaltung.

Nach derzeitigem Stand werden alle Impfungen der "Phase 2" im betriebsbereiten Impfzentrum im Gebäude der Kinderklinik stattfinden. Die Kreisverwaltung bemüht sich noch, einen zweiten Standort im linksrheinischen Kreisgebiet einrichten zu dürfen. Möglicherweise können später auch Impfungen in Arztpraxen durchgeführt werden, wenn ein weiterer, bezüglich der notwendigen Kühlung weniger empfindlicher Impfstoff (zum Beispiel des Hersteller 'Moderna') zur Verfügung steht.

In Sankt Augustin hat am 23. Dezember ein Test der Abläufe stattgefunden. Die Probanden spielten das Szenario dabei im 3-Minuten-Takt durch, um etwaigen Verbesserungsbedarf erkennen zu können. Der Durchlauf durch das Impfzentrum ist dabei in drei Bereiche aufgeteilt :

Vor Weihnachten waren die Bauarbeiten im Empfangszelt nicht gänzlich abgeschlossen
Wartebereich im Registrierungszelt

Die Registrierung erfolgt in einer eigens errichteten Leichtbauhalle eingangs des Klinikgeländes an der Arnold-Janssen-Straße, etwa gegenüber dem Kloster der 'Steyler Missionare' (siehe Foto ganz oben). Dort findet auch eine Aufklärung über die Impfung, ein Fieber-Screening sowie - falls vorliegend - eine Bestimmung vorhandener Symptome statt.

Counter für die Registrierung

Wenn Symptome wie Fieber vorliegen, kann der Impfprozeß hier abgebrochen werden. So kann das Gelände ohne ein Betreten des Krankenhauses für die eigentliche Impfung problemlos verlassen werden. Gleiches gilt für Personen, die sich nach der Aufklärung über das bevorstehende Geschehen kurzfristig bewußt gegen eine Impfung entscheiden.

Die Impfungen selbst werden in der 3. und 6. Etage der Kinderklinik durchgeführt
Der Zugang erfolgt über einen Eingang auf der Gebäuderückseite

Weiter geht es im rund 100 Meter entfernten Kinderkrankenhaus. Hierbei ist aber nicht der Haupteingang zu benutzen. Die jungen Patienten der Klinik und deren Besucher sollen so geschützt werden. Das Impfzentrum im 3. und 6. Stockwerk des Hauses ist vielmehr über den unweit entfernt gelegenen Hintereingang des Hauses zu erreichen. Vor hier geht es mit dem Aufzug in die betreffenden Etagen.

Auf jeder der beiden Etagen wurden vier Impfzimmer und sechs Ruhezimmer eingerichtet
Zugang zu einem der insgesamt acht Impfräume

Jedes der beiden Stockwerke verfügt über einen Arztraum und vier Impfzimmer. Diese sind mit einem Stuhl und auch einer Liege ausgestattet. Die Hoheit über den Impfprozeß obliegt dabei der Kassenärztlichen Vereinigung, so die Kreisverwaltung.

Blick in einen der Impfräume
Stuhl und Liege in einem der Impfräume

Für eine Ruhephase, bei Bedarf auch Nachbetreuung nach der eigentlichen Impfung wurden in beiden Etagen jeweils sechs Ruheräume eingerichtet, die zusammen 80 Personen unter Wahrung der Abstandsregeln aufnehmen können. Zudem stehen Sanitätsräume zur Verfügung. In diesem Bereich wird der Kreis von den Hilfsorganisationen unterstützt.

Im Anschluß an die Impfung kann einer der zwölf Ruheräume aufgesucht werden

Diese anschließende Ruhephase ist nicht verpflichtend, man kann das Gebäude nach der Impfung auch direkt verlassen. Laut Kreisverwaltung empfehlen Fachleute jedoch eine sogenannte Beobachtungsphase von 20 bis 30 Minuten.

Blick in einen der Ruheräume mit Sitzgelegenheiten auf Abstand

Bevor der Betrieb für die Allgemeinheit in Sankt Augustin aufgenommen wird, sollen bestehende Parkmöglichkeiten deutlich ausgewiesen werden. Auf dem Gelände selbst gibt es einen Parkplatz und ein Parkhaus, insbesondere an Wochenenden stehe zudem der Parkplatz vor der gegenüberliegenden Bank zur Verfügung. Auch die Laufwege auf dem Gelände sollen dann ausgeschildert, Boden-Markierungen und Hinweise zur Wahrung der Abstandsregeln montiert werden. (cs)

Wahlweise direkt nach der Impfung oder nach einer Ruhephase kann das Impfzentrum wieder verlassen werden

 

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03. Januar 2021


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